Vom Beherrschen der Bilderflut

Fotografieren für Blogger - Katharina DielenheinVor einigen Wochen habe ich einen recht großen Schreck bekommen. Mein Handy, auf dem mehr als 900 Fotos „lagern“ war abgestürzt und ich konnte es nicht mehr anschalten. Einige davon hatte ich zwar bereits auf Festplatte gesichert. Aber das war nun auch schon wieder eine Weile her. Wenn ich mein Handy nicht mehr würde aktivieren können, dann wären sicherlich an die 600 Bilder verloren gewesen. Zum Glück trat der Worst-Case nicht ein. Doch seither lässt mich dieses Thema nicht mehr los. Gerade auch, da ich einige Zeit davor im Flow-Magazin einen Artikel gelesen habe, der sich genau mit dieser Thematik der verlorenen Fotos befasste. Wie inflationär wir dank der unkomplizierten und schnell verfügbaren Technik mit dem Tippen eines Fingers in Sekundenschnelle mehrere Bilder hintereinander produzieren können. Wir verlassen uns genau auf diese unkomplizierte Technik – das Smartphone – ohne über Monate hinweg auch nur einmal diese Bilder extra zu sichern oder gar anzusehen und im Moment der Aufnahme zu schwelgen.

Nun weiß der ein oder andere Leser vielleicht schon, dass ich Familie und zwei Kinder habe. Mir Fotos also auch als Dokument deren Entwicklung und der besonderen Augenblicke wichtig sind. Es wäre tatsächlich eine absolute Katastrophe, wenn so viele Fotos plötzlich unwiederbringlich verloren wären. Und doch zücke auch ich das Handy schnell, mache schnell ein paar Bilder, stets gepaart mit dem Vorsatz dann aber morgen oder nächste Woche wirklich mit den Fotoalben weiterzumachen, die ich schon begonnen habe. Und immer wieder kommt mir etwas „dazwischen“. Doch warum ist das so? Die Flut der Bilder ist sicherlich auf ein Maß angewachsen, das schon kaum noch beherrschbar ist. Eine Sichtung, Vor- und dann endgültige Auswahl fürs Album nimmt bereits eine nicht unerhebliche Zeit in Anspruch. Und je mehr ich mir selbst Aufschub gewähre, umso mehr kommen hinzu. Mache ich also zu viele Fotos? Wahrscheinlich. Mal ist eines verwackelt. Mal passt das Licht nicht. Mal ist nicht alles drauf. Also klicke ich gleich nochmal und schwupps sind wieder 10 neue Motive digital gebannt.

Inzwischen – auch dank des Artikels – bin ich dazu übergegangen, bewusster zu fotografieren. Es muss nicht immer jeder Moment durch den Sucher/den Bildschirm betrachtet werden. Momente können sich auch unvergesslich ins Gedächtnis einbrennen und als Erinnerung immer und immer wieder abrufbar sein. Dieses bewusste Erleben ist vielleicht manchmal mehr wert als das ein oder andere Foto, das man mal eben nebenbei geknippst hat. Natürlich muss das Eine das Andere nicht kategorisch ausschließen. Ein Bild von einem Tag kann dessen Unvergesslichkeit noch unterstreichen und ihn umso wertvoller machen, ein Lächeln auf unsere Lippen zaubern und all die Geschichten um diesen einen Moment als perfekten Rahmen unterstreichen.

Trotzdem oder gerade wegen der Gedanken, die mein Verhalten und meine „Sammelwut“ hinterfragen, möchte ich mich zukünftig mit dem Thema Fotografie noch eingehender auseinandersetzen. Menschen, die es verstehen, mit einer Kamera umzugehen und das Besondere auf ihren Fotos zu bannen, bewundere ich sehr. Ich werde wohl nie eine perfekte Fotografin werden. Doch mein Wunsch, mir in diesem Bereich einige Fertigkeiten anzueignen, ist in den letzten Monaten gewachsen. So kam es auch, dass ich zum Geburtstag eine digitale Spiegelreflexkamera geschenkt bekommen habe, mit der ich nun immer mal wieder übe und versuche, mich auszuprobieren. Zudem bin ich in der hiesigen Stadtbibliothek auf ein tolles Buch aufmerksam geworden, das – soweit ich bisher gekommen bin – leicht verständlich, für Ahnungslose wie mich, die Grundlagen der Fotografie erklärt und sich tatsächlich an Blogger wendet. „Fotografieren für Blogger: So machst du Fotos mit dem Klickfaktor!“ von Katharina Dielenhein kombiniert also dieses mich interessierende Thema mit meinem bereits bestehenden Hobby – dem Bloggen. Perfekter kann es doch gar nicht laufen!

Ich weiß nicht, wie lange es dauert, bis man oder besser gesagt ich Erfolge sehe. Ausdauer und so einige Fehlversuche werden sicherlich nötig sein. Doch ich bin überzeugt, der Spaß wird nicht auf der Strecke bleiben und das Auge für das Besondere wird sicherlich auch geschult. Wenn ich dadurch auch nicht weniger Fotos produzieren werde, so hoffe ich, dass diese noch bewusster entstehen und das ein oder andere in einem besonderen Licht erstrahlt und den Moment transportiert.

Hierzu interessiert mich natürlich auch deine Meinung! Kannst du mir Tipps geben, die für einen absoluten Anfänger geeignet sind? Wie stehst du zu Fotos? Welches Bildbearbeitungsprogramm kannst du empfehlen? Teile doch gern deine Gedanken mit mir.

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