Messeimpressionen

messe_2Vom 23.03. bis 26.03.2017 öffnete die Leipziger Buchmesse weit ihre Tore für Büchermenschen und Bücherliebhaber.  Auch ich wollte in diesem Jahr wieder einmal dabei sein. Leider ist mein letzter Besuch schon so lange her, dass ich nicht einmal mehr weiß, in welchem Jahr ich zuletzt dort gewesen bin. Für die diesjährige Messe konnte ich immerhin einen Tag reservieren. Vorab habe ich mir natürlich die Frage gestellt, ob ich nun als Bloggerin die Buchmesse besuchen möchte. Ich habe mich bewusst dagegen entschieden. Zum einen befand ich mich in nichtbloggender Gesellschaft. Zum anderen wollte ich gerade meine Eindrücke als Privatperson sammeln, wenngleich ich diese auch in einen Beitrag gießen möchte.

Bei schönstem Wetter ging es also am Samstag nach Leipzig. Um nicht völlig planlos durch die heiligen Hallen der Buchmesse zu laufen, hatte ich mir für diesen Tag bereits verschiedene Programmpunkte herausgesucht. So weckten bspw. Poetry-Slam-Lesungen, diverse Signierstunden und Lesungen mein Interesse. 15 (!) mögliche Programmpunkte hatte ich zuvor vermerkt. Die meisten ein Kann und nur wenige ein Muss. Und wieviele Punkte habe ich letztendlich geschafft? Zu meiner Schande muss ich gestehen: gerade einmal zwei…

Karla Paul - Gilmore GirlsKurz nach 10 Uhr war ich jedenfalls da. Erwartungsgemäß war schon viel los auf dem Parkplatz. Menschen strömten zum Eingang der Messe. Und trotz dieses nicht abreisenden wuseligen Stroms an Besuchern musste ich nicht, wie befürchtet, lange an der Kasse anstehen. Ohne Wartezeit erwarb ich mein Ticket und schon war ich drin. Sofort machte ich mich auf den Weg zu meinem ersten Programmpunkt: zur Signierstunde von Karla Paul. Bei Signierstunden sollte man definitiv Geduld mitbringen und entsprechend Zeit einplanen. Man stellt sich nicht mal eben an und kann in fünf Minuten weiterziehen. Glück hatte ich bei dieser Signierstunde, denn Karlas Buch „Gilmore Girls“ aus dem Reclam-Verlag war schnell vergriffen. Ich konnte noch eines ergattern. Zu Studienzeiten waren die „Gilmore Girls“ meine liebste Serie. Daher wollte ich dieses Buch unbedingt. Und da ich die Möglichkeit hatte, es gleich noch signieren zu lassen, wollte ich diese Gelegenheit nicht verstreichen lassen. Karla hatte für jeden in der Schlange noch einige nette Worte übrig und war sehr sympathisch.

Weiter ging es zu einer von mehreren an diesem Tag stattfindenden Slam-Poetry-Lesungen. Mit ein klein wenig Verspätung erreichte ich diese. Annika Blanke und Insa Kohler gaben dort einige ihrer Stücke zum Besten. Wobei mich Annika mit ihren Texten doch mehr überzeugte. Aber das ist sicherlich Ansichtssache und wie bei so vielen Dingen einfach vom persönlichen Geschmack abhängig. Das Interesse an dieser Slam-Poetry-Lesung war recht groß. Die dafür angesetzten 30 Minuten verflogen im Nu. Zu einem Poetry Slam wollte ich sowieso schon immer mal gehen. Habe es aber bisher leider noch nie geschafft. Schön, dass das nun auf der Leipziger Buchmesse zum ersten Mal geklappt hat. Sicherlich wird das nicht mein letzter gewesen sein.

Leider war es ab diesem Zeitpunkt mit meiner schönen Planung auch schon vorbei. Auf dem Weg zu dieser Lesung kam ich einfach schon an zu vielen Ständen vorbei, die mein Interesse weckten und mich buchstäblich vom Weg abbrachten. Das Angebot war erwartungsgemäß vielfältig und und bunt. Vom kleinen Indieverlag bis zu den großen Namen, von Ausstellern, die orignielle Geschenkideen unter die Leute brachten bis hin zu kniffligen Spielideen. Das Herz eines Lesers wurde von unterschiedlichen Bereichen angesprochen. Wenn ich auch froh bin über die Eindrücke und Anreize, die mich von meinem Programm Truman Capote - Kaltblütigablenkten, so würde ich es trotzdem das nächste Mal etwas anders machen. Vielleicht sollte ich meine Interessenschwerpunkte noch etwas mehr einkürzen. Manches lag einfach zeitlich zu dicht beieinander, leider nicht räumlich. Statt irgendwohin zu spät zu kommen, würde ich nächstes Mal die Prioritäten einfach anders setzen. Ein Hetzen durch die Veranstaltungshallen sollte somit vermieden werden. Es gibt einfach zu viel zu entdecken, viele kleine Inseln, die zum Verweilen einladen, kreuzten im Laufe des Tages meinen Weg. Und diesen muss einfach genug Zeit eingräumt werden. Und natürlich fand der Messetag seinen Abschluss in der Messebuchhandlung. So erwarb ich dort noch zwei Bücher. Auf eines hatte ich erst kürzlich, auf ein anderes schon länger ein Auge geworfen. Bei ersterem handelt es sich um „Das Buch der Spiegel“ von E. O. Chirovici und bei letzterem um „Kaltblütig“ von Truman Capote, welches sich auch auf meiner Wunschliste befindet, die sich aus Titeln zusammensetzt, auf die ich bei anderen Blogs gestoßen bin und deren Rezensionen ich besonders ansprechend empfinde.

Schön war es. Am Ende des Tages bin ich angenehm erschöpft und sehr zufrieden zu Hause angekommen. So manche Verlagsvorschau durfte mich begleiten und einige Postkarten. Leider ist ein Messetag einfach zu wenig. Aber definitiv besser als keiner. Ich freue mich jedenfalls bereits auf das nächste Jahr.

Hast auch Du die Leipziger Buchmesse 2017 besucht? Was waren deine Eindrücke?

11 Comments

  1. Hallo Nicole,
    Ein Tag auf der Messe ist definitiv zu kurz. Wenn man dann noch Bloggerfreunde trifft, schrumpfen die Stunden noch schneller. Nächstes Jahr werde ich auch mindestens zwei Tage einplanen. Ich bin locker als Blogger UND Privatperson durch die Hallen geschlendert. Es war einfach ein tolles Erlebnis,,,,,
    Herzlich
    Angela vom Literaturgarten

    1. Das kann ich mir vorstellen, dass die Zeit noch schneller verfliegt, wenn man Bloggerfreunde trifft. Wobei ich mich so schon gefragt habe, wo nur die Zeit hin ist.
      Ich würde ebenfalls gern mehr Zeit beim nächsten Mal einplanen, werde es aber wohl leider wieder nur an einem Tag schaffen.

  2. Ein Tag auf der Messe ist wirklich sehr wenig Zeit für die vielen Angebote, aber danke für den Bericht. Hatte auch überlegt, ob ich mich für meine Frau in die Gilmore-Girls-Schlange stelle, mich dann aber dagegen entschieden. Es gab ja noch so viel anderes zu entdecken 😉 Nachdem ich dieses Jahr die vollen vier Tage Zeit hatte, war Samstag nachmittag schon ein kleiner Messe-Burnout fällig, bin daher schon gegen 16.00 Uhr ins Hotel und habe die Füße hochgelegt. Meine Berichte zur Messe findest du auf meinem Blog 😉
    http://tommiunddieschmoeker.de/leipziger-buchmesse-2017-ein-bericht-teil-3/

    1. Jaaaaa, du sagst es. An einem Tag kann man noch längst nicht alles sehen. Aber doch schon sehr viel. Das Prioritätensetzen muss nächstes Jahr einfach noch professionalisert werden. 😉

  3. Ich war dieses Jahr volle 4 Tage auf der Messe und war am Ende zwar vorerst gesättigt, hatte aber noch lange nicht das Gefühl, alles, was mich interessiert, gesehen und erlebt zu haben. Von daher steht bereits jetzt fest: nach der Messe ist vor der Messe.
    Liebe Grüße
    Anna

    1. Genau so ist es. Nach der Messe ist vor der Messe. 4 Tage klingt gut, das werde ich in den nächsten Jahren nur leider nicht realisieren können. Daher gebe ich mich erstmal mit einem Tag zufrieden. 🙂

  4. Da ich selbst nicht auf der Messer war, freu ich mich über jeden Beitrag darüber. Auch bei deimen hab ich das Gefühl trotzdem dabei gewesen zu sein 🙂

    Liebe litnetzwerk Grüße
    Christina

    1. Wenn ich mir die anderen Berichte so anschaue, habe ich im Vergleich leider nicht so viel erlebt. Schön, dass dir mein Beitrag trotzdem gefallen hat.

  5. Hallo Auroria,

    was für ein hübscher Blog!
    Diese „100 Seiten in 100 Minuten“ Bücher finde ich total toll und hoffe, dass es da noch viele spannende Themen geben wird.
    Poetry-Slam finde ich total toll. Da wäre ich auch gerne mit dabei gewesen.

    Ich war leider nicht da. Ich hoffe auf Oktober. ♥
    Liebe Grüße
    Lilly

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