„Wer liebt, stirbt zweimal“ – Monika Detering

Der Tod findet Dich auch im Ferienparadies

Wer liebt, stirbt zweimal - Monika DeteringKurz vor dem Start der Urlaubssaison erhält Gerrit Blau die Saisonkommissarin Carla Bernstiel zur Unterstützung auf die Insel Langeoog. Dies allein bringt eigentlich schon genug den Arbeitsalltag durcheinander. Dann werden auch noch in einem Haus, in dem es gebrannt hat, zwei Mädchen entdeckt. Eines davon schwer verletzt, das andere tot. Mit der Aufklärung dieses Falles haben die beiden alle Hände voll zu tun. Wer sind die Mädchen? Wo kommen sie her? Was ist ihnen widerfahren?

Krimis, die am Meer spielen und idealerweise noch auf einer Insel, wecken mein Interesse von ganz allein. Ich erhoffe mir von solchen Büchern, ein gewisses Urlaubsgefühl herauf zu beschwören in Verbindung mit einer ordentlichen Portion Spannung und detektivischen Spürsinn. All dies wollte ich in „Wer liebt, stirbt zweimal“ entdecken.

Die Landschaft und der beschriebene Urlaubsort entfalteten sich tatsächlich von ganz allein vor meinem inneren Auge. Und der zu lösende Fall weckte Vorfreude in mir. Allerdings merkte ich recht schnell, dass ich nicht gut in dieses Buch hineinfand. Die erzählerischen Passagen gefielen mir zunächst recht gut. Was mich jedoch störte, waren die Dialoge. Irgendwie empfand ich diese zum Teil zusammenhangslos. Teilweise glichen sie Monologen, bei denen ich die Reaktion des Gegenübers vermisste. Anderes wiederum erschien mir zu sprunghaft oder endete zu abrupt.

Was mich außerdem sehr irritierte, waren Namensverwechslungen der Protagonisten. So erzählte z. B. eine Person von einem Rechercheergebnis, das von ihr erzielt wurde, obwohl dies einer ganz anderen Person zuzuschreiben war bzw. die Ermittlung selbst von jemand anderem durchgeführt wurde. Derartige Verwechslungen führten dazu, dass ich selbst über das Gelesene unsicher wurde und damit begann, zurückzublättern, um ein weiteres Mal die betreffende Passage zu lesen. Nur um festzustelen, dass ich nicht unaufmerksam gelesen hatte.
Der Verlag war inzwischen so aufmerksam und hat diesen Fehler korrigiert. Von dieser Korrektur können nun zumindest zukünftige Leser profitieren.

Von den Protagonisten selbst und insbesondere den Ermittlern war mir keiner wirklich sympathisch. Dies ist eigentlich auch nicht zwingend notwendig, wenn sonst alle Rahmenbedingungen stimmen. Hier jedoch stimmten für mich die Rahmenbedingungen eben leider nicht.
Egal ob Gerrit Blau, Carla Bernstiel oder diverse Inselbewohner. Von allen kann man wohl behaupten, dass es sich bei ihnen um sogenannte Unikate handelt. Leider kocht gerade bei den Ermittlern jeder sein eigenes Süppchen. Richtige Teamarbeit war nicht zu erkennen. Jeder hatte am anderen etwas auszusetzen. Und dann kam auch noch eine dritte Ermittlerin hinzu, die das Ermittlergefüge auch nicht zusammenbringen konnte. Sie machte das Ganze in meinen Augen zusätzlich sperrig. Und eigentlich hätte es dieser dritten Person nicht unbedingt bedurft.

Monika Deterings Erzählstil kann man keinesfalls als einseitig bezeichnen. Geschickt legt sie verschiedene Spuren, die den Leser auf den ein oder anderen richtigen Lösungsweg führen können. Manches klärt sich anderweitig auf oder verläuft sich im Sande. So stelle ich mir Polizeiarbeit vor. Es wird erst einmal alles verfolgt, was wichtig sein könnte. Und da sind eben auch die ein oder anderen Nebensächlichkeiten dabei. Manches ging mir dabei nicht weit genug. Denn am Ende gab es noch die ein oder andere Frage, die ich noch gern im Buch erläutert gesehen hätte.

Die Aufklärung des Falles selbst erfolgte mir gegen Ende dann zu schnell, da mir die langwierige Ermittlungsarbeit in der Auflösung dann zu gerafft erschien. Tatsächlich konnte ich die Lösung des Falles bereits zu Beginn des Buches ahnen. Spannung kam für mich daher kaum auf. Es fehlte mir ein Wendepunkt oder ein unvorhergesehenes Ereignis, das alles noch einmal in einem neuen Blickwinkel erscheinen lässt und dann dem Leser eine völlig andere Lösung präsentiert als erwartet. Darauf wartete ich vergebens.

Leider ein nicht überzeugendes Leseerlebnis. Dieser Krimi und ich – wir passen wohl nicht zueinander.

Bewertung: ⭐ ⭐

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